Handball-Blog des TV Boisheim

Handball-Blog des TV Boisheim

Montag, 14. Dezember 2009

Wie Südafrika und der Nordkap

Es ist schon manchmal eine Krux mit dem Mannschaftssport. Irgendwie liegt es ja in seiner Natur, dass die Summe aus viel zu vielen Totalausfällen in der Regel eine Niederlage bedeutet. 0+0+0... plus bin bisschen – macht am Ende leider nur „ein bisschen“. Zu wenig.

Dass ein gebrauchter Tag nicht genügen würde, um das Topspiel der Kreisliga D gegen den SC Waldniel zu gewinnen, war schnell klar. In Ermangelung des Spielberichts kann ich mich nur auf mein Gefühl verlassen. Aber ich glaube nicht einmal, dass es mich täuscht, wenn ich vermute, dass der TV Boisheim im Laufe der 60 Minuten nicht einmal in Führung lag.

2:5, 5:7, 6:12, 9:18 – das waren die Stationen eines teilweise merkwürdigen Handballspiels. Letztlich stand ein 18:23 zu Buche, das jedoch verschweigt, was von 9:18 bis zum Endresultat in der Dülkener Ostschulhalle vonstatten ging. Nils musste in der Not als Metapher für den gebrauchten Tag herhalten. Denn trotz eines Muskelfaserrisses humpelte er in Hälfte zwei über den Platz, hatte zuvor kurioserweise jede Verletzungspause genutzt, um die Knochen halbwegs warm zu kriegen. Was uns dieses Bild vermitteln will: Der TV Boisheim ging irgendwie am Stock an diesem Sonntagnachmittag – obwohl doch so viel mehr in ihm drinsteckt.

Dank einer fast durch und durch verkorksten Leistung blieben nach dem Spiel wenigstens die Sprüche à la „Was wollt Ihr eigentlich in dieser Liga?“ erspart. Was in einigen Fällen schon als Kompliment gemeint war, hätte in diesem Fall ebenfalls den Nagel auf den Kopf getroffen. Nur endet das Kreisliga-Handball-Alphabet zum Glück schon bei „D“.

Und so kämpfte sich der TVB, ohne Verlustpunkt und als Tabellenführer in die Partie gegangen, bis auf zwei Tore heran. Eine ziemlich ungewohnte Situation. Schließlich war es in so manchem Spiel genau umgekehrt: Boisheim führte, zitterte bis zum Ende – und schaukelte das Ding viel zu oft eben nicht nach Hause. Die Gäste aus Waldniel machten es besser. Geschickt nutzten sie die Grauzone zwischen aktivem und passivem Spiel aus, zermürbten so die Geduld der Gegner. Die wiederum ließen sich so dazu hinreißen, offensiv zu verteidigen, anstatt in aller Seelenruhe auf den Arm des Schiedsrichters zu warten.

In einer hektischen Schlussphase behielt der SC Waldniel letztendlich verdient die Oberhand, weil der – nunmehr ehemalige - Tabellenführer von seinem wahren Potential so weit entfernt blieb wie Südafrika vom Nordkap (das ist übrigens sehr weit). Die Herbstmeisterschaft dürfte damit nach Schwalmtal gehen. Der TV Boisheim warf den Ball wortwörtlich viel zu häufig weg, leistete sich sowohl vorne als auch hinten letztlich zu viele Aussetzer und zeigte sich auch vom Siebenmeterpunkt lange Zeit nicht treffsicher. Am Samstag geht es für den TVB nach Fischeln. Zwei Punkte würden dort den würdigen Abschluss einer an für sich ja gelungenen Hinrunde bedeuten. Auf geht's!

Kommentare:

  1. Dem ist nichts hinzu zu fügen!

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  2. Du hast recht. Wir haben nie geführt !
    Schließlich war ich der Knopfdrücker am Kampfgericht.
    Zum letzten Sonntag ein uralter Sponti-Spruch:
    Was kann ein Tag schon bringen, der mit Aufstehen anfängt.
    Also wären die Boisheimer alle besser im Bett geblieben.
    Einen Trost aber gibt es doch.
    Es kann nur aufwärts gehen.

    Dazu alles Gute vom TVB Mastermind

    TVB Mastermind

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  3. Stimme auch zu.
    Das Spiel war bis Mitte der 2. Halbzeit unglaublich schwach.
    Wir haben uns aber gut zurückgekämpft. Jedoch hatten wir, finde ich, den Gegner in der Abwehr einfach nicht so unter Kontrolle, wie wir es in dieser Phase des Spiels eigentlich hätten machen müssen. So waren wir, wenn überhaupt, zu spät am Gegner dran und das kostete uns 2x 2 Minuten direkt hintereinander gegen Ende des Spiels. Bei einer insgesamt schwachen Leistung im Angriff, war es für mich dementsprechend keine allzu große Überraschung, dass wir mit nur 5 Mann im Angriff nichts mehr holen konnten.
    Ich würde sagen, das einzig Positive an dem Spiel ist, dass wir nun eigentlich wissen müssten, wie wir die Schwächen Waldniels demnächst schon von Beginn an ausnutzen können.

    foit

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  4. Mir fällt auch noch was ein:

    1. Man muss sagen, dass Waldniel der bis dahin unbequemste Gegner war, den wir in dieser Saison hatten (meine Meinung)
    2. Ein Torwart muss nicht immer gewechselt werden, wenn er ein paar Dinger von Angreifern reinbekommt, die absolut frei zum Schuss kommen. Das hat nix zu sagen. Beim nächsten Wurf kann alles wieder anders aussehen (siehe zweite Hälfte).
    3. Man sollte alle Spieler in den Bericht eintragen, die anwesend sind, auch wenn sie eigentlich auf Krücken laufen müssten und auf die Tribüne gehören (ich zahle freiwillig die 2-Minunten-Strafe).
    4. Auch beim Handball in der Kreisliga D spielt der Kopf eine entscheidende Rolle (Krückengeher im Spiel - alles läuft fast wieder wie am Schnürchen - komisch).
    5. Die Saison ist noch nicht vorbei. Alles wird gut!

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  5. Ich hab noch was vergessen:

    Der Fan-Einsatz war absolut vorbildlich. Die Halle war gut voll und sogar ein Plakat wurde aufgehängt. Und das in der Kreisliga D!

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  6. Ich habs mir in mein iPhone getippt Andreas ;) wird dann alles Freitag abgerechnet!
    Gruß Chrissi

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