Handball-Blog des TV Boisheim

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Sonntag, 1. Februar 2009

Gegen Adler zum Horst gemacht

Kein Sterbenswörtchen – soweit herrschte Einigkeit in der Kabine – sollte mehr über dieses Spiel verloren werden. Das alles nicht gerade als Zeichen großer Aufbruchsstimmung, nicht als Indiz für eine spontane Trotzreaktion, sondern vielmehr als leiser Hinweis auf die Fassungslosigkeit und Erklärungsnot, die das Boisheimer Gefühlsleben nach der Pleite gegen den Tabellenführer aus Königshof bestimmten.

Doch ganz so einfach wollen wir es uns nun auch wieder nicht machen. Immerhin sitzen seit gut vier Stunden Millionen Bundesbürger wie gebannt vor ihren Bildschirmen und warten auf ein paar Worte über das Topspiel in der Kreisliga D. Eine positive Nachricht vorneweg: Es setzte gleich sechs Gegentore weniger als beim 19:29 im vergangenen Oktober. Leider galt dasselbe für die eigene Torausbeute. Die ganz Fixen werden schnell zu dem Schluss kommen, dass das Spiel 13:23 ausgegangen sein muss. Kompliment!

Ein Kompliment kann man derweil nur wenigen aussprechen, die am Samstagabend ein grünes Trikot getragen haben. Es sind – so viel steht nach stundenlangem Brainstorming fest – ungefähr Null Boisheimer gewesen. So Pi mal Daumen. Auch die Legionäre aus Viersen, Dülken und Anrath erwischten nicht gerade das, was man im Jargon gerne einen „Sahnetag“ nennt. "Gegorene Schlagsahne", das trifft’s schon eher. So mit grünen Flecken drauf. Kenner werden wissen, was ich meine.

Dabei hatte man sich so viel vorgenommen. Den verlustpunktlosen Tabellenführer schlagen – das wär’s doch gewesen zum Auftakt der Rückrunde. Es begann auch nicht allzu schlecht. Die Anfangsviertelstunde gestaltete sich zumindest auf der Anzeigetafel durchaus ausgeglichen. Auf dem Feld war der TV Boisheim sogar mit leichten Vorteilen ausgestattet. Alleine das leidige Thema – die Chancenverwertung – stand einer Führung zu diesem Zeitpunkt im Weg. Der hellblaue Jogginganzug des Königshofer Keepers – wohlwollend als „retro“ bezeichnet – übte eine einfach unnachahmliche Anziehungskraft auf den Ball aus.

Und so ging es mit einem 7:10 in die Pause. Wer schon einmal ein Handballspiel gesehen hat – nein, das ist nicht die Sportart mit dem Korb und dem orangen Spielgerät – wird wissen, dass ein Drei-Tore-Rückstand noch längst nicht das Ende aller Siegträume bedeuten muss. Wenn man jedoch so kopf- und elanlos aus der Halbzeit kommt, dann ist das jedoch kaum zu verhindern. Plötzlich, ohne jede Vorwarnung stand es 10:18 aus Sicht der Gastgeber. Auch die 23 Zuschauer in der zugigen und ungeputzten Ostschulhalle trauten ihren Augen nicht. Der Fisch Drops war demnach gelutscht. Das Spiel verloren.

Trotzdem gab es vom Gegner einmal mehr – hoffentlich ernst gemeinte – Beileidsbekundungen. Vom „Pech, ausgerechnet in dieser Gruppe gelandet zu sein“ war die Rede. „Mensch, was macht Ihr überhaupt hier in der Liga, bei Eurem Potential?“, hieß es erneut. Tja, das fragen wir uns manchmal auch. Eigentlich wollten wir Handball spielen. Sorry, dass man das heute nicht so sehr erkannt hat. Wir arbeiten dran. Im Training. Bis zum nächsten Spiel.

Das findet übrigens schon in zwei Wochen statt. Deswegen ging es nach der Pleite gegen Königshof erst einmal ins Eisbad und auf die Massagebank. Regeneration gehört bei solch einem prallen Terminkalender einfach groß geschrieben.

So, das war’s auch schon. Ich geh‘ noch eine Runde brainstormen. Falls mir der Grund für die Niederlage einfällt, der etwas konkreter ist als „Kollektivversagen“ und „einfach alles war schlecht“, werde ich mich melden.

Statistik

Torschützen:
Max (4), Markus, Z, Nils, Manuel (je 2), Jannik (1)

Zeitstrafe:
Manuel

Kommentare:

  1. Sorgatz late night, Hut ab. Hast du als junger, gutaussehender Kerl an einem Samstagabend (Sonntagmorgen) wirklich nichts besseres vor? So schlimm, dass wir verloren haben? Schöne Überschrift. War wohl nix mit:
    "Den Adlern die Flügel gestutzt" oder "Die Adler waren lahme Enten" oder "Weiße Adler auf weißem Grund". Die waren aber auch diesmal gut.

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  2. Ich hatte noch was vergessen: Da bin ich ja froh, dass ich ein rotes Trikot anhatte. Aber es war nicht alles schlecht in grün. Ich fand die Abwehrarbeit gar nicht immer soooo schlecht. Nur die Verwertung der Chancen ... machen wir es euch im Training denn zu leicht?

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  3. Kann man nicht besser ausdrücken!!Wir sind Kummer gewöhnt,aber der Traum ist nicht ausgeträumt,also Arsch hoch und weiterkämpfen,seh Euch dann beim Training... Kopf hoch andre

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  4. hab mein passwort vergessen,sorry andre

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